Spurenelemente


Kleinste Mengen – große Wirkung

Bereits in den frühen 50er Jahren dieses Jahrhunderts entdeckte man die Bedeutung der Spurenelemente für den menschlichen Körper. Der Chemiker Dr. Hermann Römpp sprach 1954 von der „kommenden Spurenelementkrise“. Zusammen mit anderen Chemikern wies er darauf hin, dass die vorhandenen Spurenelementmengen ständig abnehmen – erstens durch den enormen industriellen Verbrauch dieser Rohstoffe, zweitens durch die moderne intensive Bodenbewirtschaftung und drittens durch Verluste aufgrund von Bodenauswaschung und Bodenerosion. Tatsächlich nimmt der Gehalt unserer Nahrung an Spurenelementen, Mineralstoffen sowie an Vitaminen ständig ab. Starke Mängel an Spurenelementen und Mineralstoffen in Verbindung mit Mängeln an Vitaminen, den mehrfach ungesättigten Fettsäuren sowie den essentiellen Aminosäuren führen zu vielen Erkrankungen.

Man nennt sie Spurenelemente, weil der Körper von jedem Element nur Spuren benötigt – und zwar weniger als 100 Milligramm am Tag. Unter essentiellen (= lebensnotwendigen) Spurenelementen versteht man zur Zeit die Elemente: Eisen, Kupfer, Zink, Jod, Selen, Mangan, Silicium, Germanium, Chrom, Kobalt und Nickel. Neuerdings werden auch Fluor, Lithium, Molybdän, Vanadium und Zinn von einigen Wissenschaftlern dazu gezählt. Ihre Funktionen auf molekularer Ebene sind beim Menschen soweit geklärt, dass ihre unverzichtbare Wichtigkeit für das Leben daraus hervorgeht. Diese Bausteine sind zur Erzeugung der lebensnotwendigen Energie und zum Aufbau des körpereigenen Materials über eine fast unüberschaubare Anzahl fortlaufender chemischer Reaktionen die Voraussetzung. Diese Stoffwechselprozesse können nur mit Hilfe von Enzymen durch geführt werden. Diese Enzyme werden laufend aufgebaut und nach einer Halbwertszeit zwischen 10 Minuten und einigen Wochen wieder abgebaut und durch neue ersetzt. Da Abbauprodukte vom Körper ausgeschieden und nicht recycelt werden, müssen die für den Neuaufbau notwendigen Bausteine laufend zugeführt werden. Die überwiegend aus Aminosäuren bestehenden Enzyme haben ein aktives Zentrum, an dem die chemischen Prozesse statt finden. In diesem aktiven Zentrum ist sehr häufig ein Spurenelement beteiligt, das die Wirkung des Enzyms erst ermöglicht. Daraus ergibt sich, dass diese Elemente lebensnotwendig sind und dem Körper in Spuren laufend zugeliefert wreden müssen.
In Mitteleuropa kommen einfache und kombinierte Spurenelementmängel sehr häufig vor. In einer Studie an 17.650 Österreichern zeigten 91,5 Prozent der Untersuchten einen Mangel an einem oder mehreren Spurenelementen – oder anders ausgedrückt: nur jeder zehnte Österreicher ist ausreichend mit Spurenelementen versorgt.

Zusätzliche Informationen