Kupfer

Kupfer (Cu) – das „Schmieröl“ der Gelenke

Allgemeines: Der Körper eines erwachsenen Menschen enthält zwischen 1,4 und 2,1 Milligramm Kupfer pro Kilogramm Körpergewicht. Das Spurenelement Kupfer ist Bestandteil vieler Enzyme, die im Körper Frei Radikale beseitigen. Bei der Krebsentstehung spielen Freie Radikale eine gefährliche Rolle.

Durchschnittlicher Tagesbedarf: im Mittel mindestens 3 Millilgramm Kupfer pro Tag zur Erhaltung der Gesundheit.

Kupfer ist enthalten in: Leber, Fischen, Schalentieren, Kakaopulver, Kokosnüssen, Cashewnüssen, Pilzen und Kaffee.

Achtung: Magengeschwüre heilen nach Gabe von Kupfer schneller ab. Kupferhaltige Wasserleitungen können zuviel Kupfer abgeben, wenn das Wasser kalkarm ist und die Rohre dadurch nicht mit einem schützenden Kalkmantel ausgekleidet sind. Auch „Wasserenthärter“ können diesen Schutzmangel auflösen.

Kupfer ist wichtig für: das Bindegewebe, die Gefäßbildung und den Knochenaufbau (Lysyloxidase). Es wirkt mit dem Vitamin C eng zusammen gegen Osteoporose. Heute sind über 20 Enzyme bekannt, die kupferabhängig sind. Das stark kupferhaltige Transportprotein (Ceruloplasmin) transportiert das Kupfer über den Blutkreislauf im Körper. Das Enzym Superoxid-Dismutase (SOD) enthält Kupferatome und auch Zinkatome. SOD hat die Aufgabe, das in jeder Zelle bei der Oxidation von Sauerstoff vorkommende Superoxid abzufangen und durch schnelle Weiterverwendung unschädlich zu machen. Dadurch verhütet es auch Entzündungen und wirkt gegen Krebsentstehung, vorzeitige Alterung und gegen die Freien Radikale. Kupferkomplexe wirken auch stark gegen Geschwüre. In Kulturen gezüchtete Krebszellen bilden sich unter Kupferzugabe zu einem Großteil in Normalzellen zurück. Diese kupferhaltigen Enzyme wirken auch im Herzen, in der Zellatmung, in der Hämoglobinsynthese, im Wachstum und sind für das Immunsystem besonders wichtig; denn bei Infektionen können die Immun-(Abwehr-)Zellen nur vermehrt werden, wenn genügend Kupfer in den Speichern vorhanden ist. Auch die Schilddrüse benötigt Kupfer, um die Schilddrüsenhormone zu bilden. Letztere steuern den Grundumsatz des Gesamtstoffwechsels sowie den Sauerstoff-Stoffwechsel und die Wärmeproduktion im Körper (insbesondere in der Leber). Außerdem ist Kupfer notwendig für den Kohlenhydrat-, Eiweiß- und Fettstoffwechsel, für die Muskelaktivität, viele Funktionen im zentralen Nervensystem (Nervenbotenstoffe) sowie für den Wasserhaushalt. Auch die Hirnanhangdrüse, das Steuerungsorgan aller wesentlichen Hormonbildungsorgane, benötigt unbedingt ausreichend Kupfer. Kupfer steht in Konkurrenz zu Zink und Mangan. Selen und Vitamin E schützen den Organismus vor Überaktivitäten des Kupfers.

Kupfermangel führt zu: häufigen Infektionen, Müdigkeit, Schwellungen an Hand- und Fußgelenken. Bei Kupfermangel werden Gelenkflüssigkeiten dünnflüssig. Hier liegt eine der wesentlichen Ursachen des rheumatischen Formenkreises. Interessanterweise hat Kupfer bei diesen Erkrankungen auch eine starke Schmerz dämpfende Wirkung, kann aber echte Rheumaerkrankungen wie zum Beispiel Polyarthritis (PcP) nicht heilen. Auch Diabetes mellitus kann durch Kupfermangel (SOD-Mangel) als Folge einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse entstehen. Epileptiker zeigen einen verminderten Kupfergehalt im Gehirn. Kupfermangel spielt bei der Krebsentstehung offensichtlich eine große Rolle. Eisenmangelanämien entstehen auch durch Kupfermangel; denn das kupferhaltige Enzym Ferrioxidase regelt den Transport des Eisens aus der Leber ins Blut mit Hilfe des Vitamin C. Über das Enzym Tyrosinase ist Kupfer auch beim Bräunen der Haut beteiligt. Dieses Enzym wirkt an der Bildung des Hautpigments Melanin mit. Daher zeigt sich Kupfermangel oft bereits durch weiße Hautflecken.

Kupferüberschuss führt zu: einer Verdrängung des Zinks, prämenstruellem Syndrom (Beschwerden vor der Regelblutung), Schwangerschaftsbeschwerden (Eklampsie), Hyperaktivität von Kindern, Schlaflosigkeit, Hauterkrankungen, Diabetes, Bluthochdruck und Depressionen. Bei einem Überschuss von Kupfer kann es nach Prof. Karl. C. Pfeiffer aus Princeton, USA zu Schizophrenien kommen. Mit einem Ausgleich des Kupferüberschusses ist die Heilung bei Psychosen und Geisteskrankheiten allein meist nicht zu erreichen; denn oft ist das gesamte Zellmilieu schwer gestört. Auch psychotherapeutische und psychiatrische Behandlungen bleiben meist weiterhin notwendig.