Selen

Selen (Se) – verzögert den Alterungsprozess, ist Dirigent des Abwehrsystems und der Herzfunktion, entgiftet Blei, Cadmium und Quecksilber

Allgemeines:
Selen ist ein lebensnotwendiges Spurenelement. Erst 1973 wurde es für die Medizin entdeckt. Es aktiviert die körpereigenen Abwehrkräfte. Selen ist der „Schrittmacher“ des Herzens. Selen ist auch Bestandteil des Enzyms Jod-Thyronin-Deiodase. Dieses aktiviert die Umwandlung des Schilddrüsen-Hormons T4 (Thyroxin) in T3 (Trijodthyronin). Bei Selenmangel kommt es daher auch zu Störungen der Schilddrüsenfunktion. Es gibt Hinwseise, dass Selen noch an vielen anderen Enzymen beteiligt ist.

Durchschnittlicher Tagesbedarf: bei leichter Arbeit für Frauen etwa 120 Mikrogramm und für Männer etwa 140 Mikrogramm.

Selen ist enthalten in: Fischen, Tintenfisch, Kalbsniere, Innereien, Eiern, Käse, Hülsenfrüchten, Getreide, Spargel, Mandeln, Sesam, Zitrusfrüchten und ungeschältem Reis.

Achtung: wer keine Seefische isst, hat sicher einen Selenmangel, wenn der Ackerboden wie in Deutschland selenarm ist. Außerdem verhindern schwefelhaltige Düngemittel und saurer Regen die Aufnahme von Selen durch Pflanzen. Ausgemahlenes Getreide verliert sein Selen. Daher haben viele Amerikaner einen großen Selenmangel, obwohl Weizen zum Beispiel in Süd-Dakota fast zuviel Selen enthält. Patienten, die mit Chemotherapie behandelt werden, zeigen bei Ausgleich der Selenmängel deutlich weniger Nebenwirkungen. Dieser Schutz vor Nebenwirkungen auch bei Bestrahlungen wird besonders deutlich, wenn alle Bausteinemängel mit Hilfe der Zell-Milieu-Medizin ausgeglichen werden. Menschen, die an Zöliakie leiden, bekommen durch ihre glutenfreie Diät besonders wenig Selen.

Selen ist wichtig für: die Funktion von Muskulatur, Herz und Gefäßsystem. Selen hat eine starke Entgiftungsfunktion und es ist notwendig für die Fortpflanzungsfähigkeit, Schwangerschaft und Intelligenz.
Selen wirkt zusammen mit mit den Vitaminen A, C und E auf Tumorzellen wachstumshemmend; insbesondere gilt das für Brustkrebs, Lungenkrebs, Hautkrebs, Leukämie und Sarkome. Im Prinzip wirkt Selen als „Hemmschuh“ verschiedener Enzyme verlangsamend auf den Zellstoffwechsel und die Zellteilung. Durch die Verlangsamung der Zellteilung werden Fehler in der Bildung des Erbmaterials und somit der Zellteilung verhindert. Selen macht sogar Veränderungen am Erbmaterial wieder rückgängig. Da Selen als Antioxidans auch der Arteriosklerose vorbeugt und die Verklebung von Blutblättchen verhindert, schützt Selen das Herz-Kreislauf-System vor Infarkten und Thrombosen und hilft sogar, einen Herzinfarkt zu überleben. Die Finnen setzen deswegen dem Tierfutter und dem Getreide Selen zu. Dank des Selens in der Nahrung sterben seitdem weniger Finnen an Herzinfarkt und Kreislauferkrankungen. Selen ist der aktive Bestandteil des Enzyms Glutathion-Peroxidase, das eine weitreichende gesundheits- und lebenserhaltende Funktion ausübt. Selen schützt den Körper vor Sauerstoff- und Hydroxylradikalen, die die Alterungsprozesse beschleunigen. Selen gehört also zu den antioxidativen Bausteinen, die als Schutz gegen die sogenannten Freien Radikalen wirken, zusammen mit Vitamin E, Beta-Carotin, Vitamin A und C sowie mit Zink, Kupfer und den Aminosäuren Methionin, Glutamin und Cystin. Somit schützt Selen also die Zellmembranen und Zellkerne vor Zerstörung und schützt vor Chromosomenschäden, energiereichen Strahlen – wie Sonnenstrahlen und kosmische Strahlen – und aktiviertem Sauerstoff. Darüber hinaus erhöht Selen den körpereigenen Schutz gegen Bakterien und Viren, indem es die Abwehrkräfte anregt. Selen ist auch äußerst wichtig für die Entgiftung des Körpers von Blei, Kadmium und Quecksilber. Quecksilber ist durch die Verwendung von Amalgam für Zahnfüllungen bei vielen Menschen sehr verbreitet. Das Quecksilber wird in Spuren über Jahre und Monate aus den Zähnen über die Schleimhäute in das Nervensystem bis hinein in das Gehirn transportiert und wirkt dort als Zellgift. Quecksilber behindert den Eiweißstoffwechsel und somit verschiedene Enzymsysteme. Selbst nach dem Entfernen der Amalgam-Füllungen bessern sich die bereits vorhandenen Vergiftungssymptome nur langsam und unzureichend. Viele Amalgam-Träger leiden unter Kopfschmerzen, Antriebslosigkeit und Konzentrationsstörungen. Besonders hohe Quecksilberkonzentrationen konnten bei vielen Zahnärzten und Zahnarzthelferinnen fest gestellt werden. Mit Hilfe von Selen und dem Ausgleich vorhandener Bausteinmangel-Profile kann der Körper langsam entgiftet werden.

Selenlmangel führt oft zu: einer Weißfärbung der Fingernägel. In China, in der Keshan-Provinz, einem Selenmangel-Gebiet, trat die sogenannte Keshan-Erkrankukng auf. Da der Nahrung dort inzwischen Selen zugesetzt wird, ist diese Erkrankung heute verschwunden. Bei extremem Selenmangel erkrankt der Herzmuskel, wovon in Keshan vorwiegend Kinder und junge Frauen der Landbevölkerung befallen waren. Bei leichtem Selenmangel sind Herzerweiterungen und mäßige Störungen der elektrischen Vorgänge am Herzen (EKG) die Folge, bei schwerem Selenmangel Herzrhythmusstörungen, Herzrasen, Herzinsuffizienz mit Ödemen, früher Tod. Ein Selenmangel macht schneller alt. Das stellte Professor G.N. Schrauzer von der University of California (San Diego, USA) fest. Bei einer Studie mit AIDS-Patienten wurden deutliche Selenmängel fest gestellt. Außerdem zeigten die AIDS-Patienten eine Mangelernährung, die zum verstärkten Verlauf der Erkrankung beiträgt. Die Bausteinprofile spielen also eine wesentliche Rolle bei der Übertragung und dem tatsächlichen Erkranken an infektiösen Erkrankungen; denn nicht jeder Mensch, der sich HIV-Erregern infiziert, wird auch AIDS-krank. Je ausgeglichener seine Versorgung mit allen Bausteinen ist, desto unwahrscheinlicher wird der Ausbruch der AIDS-Erkrankung.
Selenmangel führt zusammen mit Vitamin-B6-Mangel zu zystischen Veränderungen der Milchdrüsengänge in der weiblichen Brust. Bei akuter Bauchspeicheldrüsenentzündung liegen starke Selenmängel in Verbindung mit anderen Mängeln an Bausteinen vor. Der Privatdozent Dr. Bodo Kuklinsky aus Rostock konnte in einer klinischen Studie nachweisen, dass Personen mit akuter (nekrotisierender) Pankreatitis diese lebensbedrohliche Erkrankung nach Selengabe sehr häufig überleben. Patienten mit PCP, grauem Star, Schuppenflechte, Muskeldystrophie, Gefäßentzündungen, Neurodermitis und degenerativen Hauterkrankungen zeigen auffallend große Selenmängel, die unbedingt ausgeglichen werden müssen.

Selenüberschuss führt zu: Störungen der Fingernägel und zu Haarverlust, später zu starken Veränderungen vielen Organe, besonders der Leber- und Nervenzellen. Da Selenüberschuss giftig ist, sollte Selen nur bei Bedarf nach ärztlicher Verordnung eingenommen werden. Menschen mit Selenüberschuss haben häufig Mundgeruch, der ähnlich wie Knoblauch riecht.